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Haus Lauter
Johanniswall 67
ehem. Wohnhaus von
Peter Friedhofen
Schornsteinfeger in Ahrweiler und
Gründer der „Genossenschaft der Barmherzigen Brüder von
Trier"
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Vita:
Peter
Friedhofen
wurde in einem kleinen Fachwerkhaus in Weitersburg bei
Vallendar am 25. Februar 1819 als Sohn des Kleinbauern
Friedhofen geboren. Schon früh verlor Peter seine Eltern;
denn sein Vater starb bereits am 17. September 1820 und
seine Mutter am 2. November 1828. Die sieben Waisenkinder
wurden nun in den Kreis der von der Gemeinde
betreuten Dorfarmen aufgenommen.
Peters älterer Bruder Jakob wurde von der Gemeindeverwaltung
Vallendar in die Lehre des Kaminfegerhandwerks nach
Montabaur gegeben. Die ältere Schwester musste bald den
Geschwistern den Haushalt führen. Aber sie starb auch schon
mit 19 Jahren just an dem Tage, an dem Peter Friedhofen zur
Ersten hl. Kommunion ging. Der erwähnte Bruder Jakob war
inzwischen in Ahrweiler als Kaminfeger tätig und nahm seinen
Bruder Peter nach dessen Schulentlassung in die Ausbildung.
Jakob Friedhofen wohnte im Hause Müller neben dem Obertor,
Ecke Johanniswall-Oberhutstraße, das nun auch Peter zur
Wohnstätte wurde.
Haus Müller Johanniswall 67
Jakob wurde seinem Bruder Peter ein tüchtiger
Lehrer und Meister. Fleißig und zuverlässig übten sie ihr
Handwerk aus, ein Handwerk, das gerade damals bei den vielen
alten Häusern in Ahrweiler mit persönlichen Gefahren
verbunden war und nur einen sehr bescheidenen Verdienst
abwarf. So erbrachte die Reinigung eines Schornsteins z. B.
nur einen Groschen. Die Brüder Friedhofen mussten daher von
einem Tag zum anderen leben und haushalten. Aber dank ihrer
tiefen Gläubigkeit und Anspruchslosigkeit meisterten sie als
geachtete Handwerker ihr karges Leben.
Seine berufliche Tätigkeit brachte Peter
Friedhofen mit Menschen aller Klassen und Stände in
Verbindung. Er trat in die Hütten der Ärmsten und in die
Häuser der Vornehmen und Reichen und lernte so die soziale
Situation vieler Menschen der damaligen Zeit kennen. Langsam
gewann er auch ein sicheres Auftreten und bildete sich eine
eigene Meinung von wichtigen Fragen des Lebens.
Die Lehre schloss Peter Friedhofen am 11.
Oktober 1837 mit dem Gesellenbrief ab. Die nun folgenden
Wanderjahre führten ihn durch das Ahrtal, in die Hocheifel
und an die Mosel, weiter in den Westerwald und nach drei
Jahren wieder zurück nach Ahrweiler zu seinem Bruder Jakob.
Jedoch blieb er hier nicht lange, denn er wurde in seiner
Heimat als Schornsteinfegermeister angestellt. Aber Peters
Lebensweg brachte ihn noch einmal an die Ah r zurück. Denn
der Bruder Jakob verstarb am 27. Oktober 1845 und hinterließ
Frau und zehn Kinder. Peter erklärte sich nun dem damaligen
Ahrweiler Bürgermeister Clotten bereit, bei einer Anstellung
in Ahrweiler für die Familie seines Bruders zu sorgen. So
wurde Peter Friedhofen amtlich bestellter
Schornsteinfegermeister in der Kreisstadt, ein Amt, das er
viele Jahre gewissenhaft ausübte, dann aber aus
gesundheitlichen Gründen aufgeben musste.
Peter Friedhofen hatte als Fünfzehnjähriger
am 21. Juni 1834 in Ahrweiler zum ersten Male die Feier des
Aloisiusfestes miterlebt. Davon war er so tief beeindruckt,
dass er an den verschiedenen Orten, an denen er danach
beruflich wirkte, Aloisiusbruderschaften als
Jugendgemeinschaften gründete. Von Ahrweiler aus versuchte
er, diese Gemeinschaften untereinander zu verbinden und
stellte daher die „Lebensregel der verbündeten Brüder aus
der Gesellschaft des hl. Aloisius und der allerseligsten
Jungfrau Maria" auf. Aus diesen Gemeinschaften wurde in der
Folgezeit ein echtes männliches Laienapostulat. Peter
Friedhofens Streben war es, in einer klösterlichen
Gemeinschaft die Nächstenliebe, wirkliche Sozialarbeit, zu
praktizieren. Stand der Klerus diesem Streben zunächst noch
verhalten gegenüber, so erhielt Peter 1850 die bischöfliche
Sendung. Denn am 21. Juni 1850 — also am Feste des hl.
Aloisius — schrieb der damalige Trierer Bischof Dr. Wilhelm
Arnoldi (1842—1864) an den Schornsteinfegermeister Peter
Friedhofen aus Weitersburg:
„Dem Peter Friedhofen ... bezeuge ich an
durch auf sein Ersuchen, dass ich sein Vorhaben, welches mir
bekannt ist, billige, gutheiße und unter Erteilung meines
bischöflichen Segens die Gnade des Himmels zu dessen
Ausführung wünsche, damit dieses gottselige Werk zur Ehre
Gottes und zum Heil der Seelen begründet werden möge".
Nun waren durch das Saekularisationsdekret
der französischen Regierung vom 2. Juni 1802 und dann durch
den „Reichsdepuationshauptausschluss" der deutschen Fürsten
vom 25. Februar 1803 alle Klöster aufgehoben worden. Nur
solche klösterliche Gemeinschaften durften fortbestehen, die
sich einzig mit Krankenpflege und Unterricht beschäftigten.
So war Peter Friedhofen der erste, der im Bistum Trier eine
klösterliche Männergenossenschaft zur Pflege der Kranken und
der alten Menschen ins Leben rief. Er wurde so zum Pionier
einer wirklichen Sozialarbeit und betrat damit im Bistum
Trier Neuland. Er hatte den Anruf Gottes verstanden und
gründete die „Genossenschaft der Barmherzigen Brüder von
Trier". 1851 arbeiteten zunächst in Koblenz Peter Friedhofen,
Karl Marchand und Peter Josef Otten. 1860 waren es schon 15
Brüder, 16 Novizen und 4 Postulanten, die in Koblenz, Trier
und St. Thomas/Eifel tätig waren. Im gleichen Jahre übten
auch mehrere Brüder in der Stadt Luxemburg die ambulante
Krankenpflege aus.
Nun Wuchs das Werk. Es fand die Anerkennung
vieler Ärzte wie auch der damaligen Königin von Preußen und
späteren Kaiserin Augusta. Es gewann zunehmend an Bedeutung
und breitete sich in Europa aus und drang sogar bis nach
Asien vor. An vielen Orten sammelten sich Männer aller
Völker, um im Dienst am Nächsten und am Kranken den Auftrag
ihres Ordensgründers Peter Friedhofen zu erfüllen. Er selbst
gab seine ganze Kraft hin; denn er starb mit 41 Jahren am
21. Dezember 1860. Über 125 Jahre besteht jetzt sein Werk.
Peter Friedhofen, Schornsteinfegermeister,
Ordensgründer und mit Recht Sozialpionier genannt, ist in
Ahrweiler nicht vergessen. Bereits 1928 wurde sein
Seligsprechungsprozess eingeleitet.