Kopf
1488 Schon in einer der ältesten Geschichtsquellen der Stadt Ahrweiler, in der Stadtrechnung von 1488 und folgenden Jahren werden verschiedene Arbeiten aufgeführt, die durch eine Ahrüberschwemmung erforderlich wurden; so z.B. Stadtrechnung vom Jahre 1488 "doe die Aer die bruck zobrochen hat ind den gank wyder gemacht hat". Man hört von Arbeitern, "die joch zo lengen ind holz by zo faren." - "War die Oeverhoide (Oberhut) gemeynlich (gemeinsam) am werke, die peele (Pfähle) in zo slain (einzuschlagen) ind zo zunen (einzuzäunen)".

1682 1682 Februar 17
Maximilian Heinrich, Erzbischof von Köln genehmigt Bürgermeister und Rat der Stadt Ahrweiler zum Wiederaufbau und zur Unterhaltung der durch Hochwasser zerstörten Ahrbrücke von fremden Fuhrleuten und fremdem Vieh, die die Brücke passieren, genannte Brückengelder zu erheben. Die Gebühren betragen im Einzelnen: Von jedem vor Wagen oder Karren gespanntem Pferd einen Stüber, von jedem ledigen Pferd ein Fettmännchen, von einer Kuh ein Fettmännchen, von einem Krämer ein Fettmännchen, von einem Schwein, Schaf, Kalb, Geiß oder dergleichen kleinem Vieh ein halbes Fettmännchen.- Er siegelt.
StaA A 188; Zimmer 181
 
1687 Im Februar hatten wir eine Überschwemmung, die durch die Schneeschmelze verursacht wurde.
Die Ahr hat mit ihrer hochgehenden Flut mehrere Brücken, besonders zwei in Ahrweiler, fortgerissen
(Chronik Calvarienberg)
 
1711 "In diesem Jahr im Mai, nach Johannes, wurde die schöne Brücke über die Ahr gelegt. Den Grundstein, durch den Guardian, P. Apollinaris Poltersdorf, eingesegnet, setzten Herr Gruben, der regierende Bürgermeister, und die Schöffen".
(Chronik Calvarienberg)
 
1740/41 Der Neubau einer Brücke in den Jahren 1740/41, die infolge einer Flut im Jahre 1739 zu Schaden gekommen war. Die Chronik berichtet, dass sich am 16.Januar 1739 hier eine sehr große Überschwemmung ereignete, wie sie selbst von den ältesten Bürgern der Stadt Ahrweiler, ja seit Menschengedenken noch niemals beobachtet worden ist. Am meisten aber ist zu bedauern, dass jene Wasserflut die steinerne Brücke in der Nähe des Ahrtores fortgerissen hat. Ob zunächst ein Notsteg gebaut wurde ist nicht ersichtlich. Jedenfalls wollte man jetzt in Ahrweiler für gründliche Abhilfe sorgen und beschloss in der Ratssitzung vom 29.Juli 1739 über den "vorzunehmenden Ahrbrückenbau und des Ahrwehres halber" einen besonderen Fachmann hinzuziehen. Der Neubau des Ahrwehrs dauerte vom 31.August 1739 an mehrere Wochen. Um eine Kostenübersicht zu gewinnen, beschloss der Rat am 12.März 1740 an Baumeister Molanus aus Kempen zu schreiben, wie hoch die Materialien des neu aufzuführenden Brückenbau zu stehen kommen würden. Mittlerweile war in dem Baumeister Franz Feldmüller der Meister gefunden, der den Brückenbau ausführen wollte. Am Dienstag, 30.August 1740 fand die Grundsteinlegung der neuen Brücke statt. Wortlaut des Ratsprotokolls: "Am Dienstag, den 30.August 1740 ist coram toto convocato senatu (in Gegenwart des gesamten berufenen Raths) an der neu aufzubauenden hiesigen Ahrbrücke im Beisein unseres Herrn Pastoris, Baumeister und Ratsherren und vieler anderer Zuschauer der erste Stein gelegt und dabei folgende "solemnitates" (Feierlichkeiten) gebraucht worden: erstlich hat vorhandener H. Pastor P. Maurus Eigell in den untersten Stein, welcher etwas ausgehöhlt gewesen, einig heilige reliquien oder gesegnetes in eine capsula hineingelegt, hierauf benedikton (Segen) darüber gegeben und diesem nächst (darauf) alle Anwesende ein Pater und Ave (Vaterunser und Ave Maria) zu sprechen erinnert, damit der allmächtige Gott seinen Segen zu diesem angefangenen Werk geben wolle, wobei zu ewiger Gedächtnis unterschiedliche anwesende Herren ganze und halbe Kopfstücker (kleine Geldmünzen der damaligen Zeit), welche in dem Stein auch verblieben sein, auch hineingelegt haben, darauf der regierende Bürgermeister Hubertus Becker namens hiesiger Stadt, auf den obersten angular (Grund)stein den ersten streich gethan und ist solche- nach von burgermeister und rath den bau und wertmeistern Francisci Feldmüller samt by sich habenden Maurermeistern und opperleuthen (handlangern) wegen dieses heutigen actus eine Portion in wein zugesagt und gegeben worden." Am 14.Nov. 1740 wird vor dem gesamten Stadtrat und den Achtern eine Vereinbarung mit dem Brückenbauer Feldmüller dahin getroffen, dass er die Brücke für 1250 Taler errichten soll. Die am 20.Juni erfolgte Endabrechnung ergibt ein Betrag von 2815 Reichstaler 62 alb. Nach mehr als einjähriger Bauzeit war das Werk vollendet, sodass im September 1741 die feierliche Einweihung der Brücke vorgenommen werden konnte. Die Chronik des Calvarienberges berichtet: Meister Feldmüller legte im vorhergehenden Jahre die Fundamente zum kunstvollen Brückenbau. In diesem Jahre 1741 aber im September vollendete er sein Werk und errichtete auf der Brücke zwei Statuen, eine, die die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria darstellte, die andere des heiligen Märthyrers Nepomuk. Diese besagten Statuen wurde aufgerichtet in Gegenwart des Klerus und des Volkes, die in Prozession erschienen waren. Auch wurden dreimal Salven aus den Büchsen gegeben und auch andere Freudenbezeugungen erfolgten. Nach Beendigung der Feier kehrte man unter dem Geläute der Glocken und Absingen des Ambrosianischen Lobgesanges zur Kirche zurück, wo die Feier mit einem feierlichen Hochamt beschlossen wurde.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.12/1964; 
Albert Federle, Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ausg.33 u.36/1969
 
1805 Der französische Präfekt Chaban erwähnt, dass im Jahre 1805 in Ahrweiler eine breite, solide Holzbrücke gebaut wurde.
A.Oppenhoff: Das Hochwasser der Ahr vom 21.Juli 1804, Ahrweiler Nachrichten, Ausg.15/1988

1888 Das Hochwasser vom 23./24.Juni 1888 riss die Brücke an der Katzley bei Walporzheim weg und beschädigte die zweite Holzbrücke bei Walporzheim und die Bachemer Holzbrücke. Die beiden letzten Holzbrücken wurden alsbald wieder ausgebessert. Die Brücke an der Katzley baute Stefan Schöneberg, 1890 als Steinbrücke wieder auf.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.26/1964

1891 Am 7.2.1891 beschließt der Stadtrat: "Mit dem Neubau der großen Ahrtorbrücke soll bald begonnen werden", und am 23.2.1891:"Die Brücke soll etwas oberhalb und parallel der Holzbrücke gebaut werden". Die Brücke soll 2 Landpfeiler und drei Strompfeiler enthalten. Es wurde ein steinernes Geländer errichtet. Bauunternehmer war Stefan Schöneberg aus Ahrweiler. Die Einweihung der Brücke erfolgte im Januar 1893.

1910 Die Ahrweiler Steinbrücke hatte die Hochwasserkatastrophe an der Ahr vom 12./13.Juni 1910 ohne erkennbare größere Schäden überstanden. Weggerissen war hingegen die Bachemer Brücke, eine Holzbrücke. In Walporzheim brach der rechte Teil der Brücke und wurde abgetrieben. Die linke Brückenhälfte konnte mit Ketten noch gesichert werden.
Hochwasserkatastrophe der Ahr vor 50 Jahren von Bürgermeister Christian Ulrich; Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.23/1960.

1960 wurde die Brücke bis auf die Pfeiler abgebaut. Die neue Brückendecke - eine Stahlbetonplatte mit Auskrakung nach beiden Seiten für die Bürgersteige - ist in der Mitte 21 cm stark und verjüngt sich nach den Seiten hin auf 14 cm. Sie ist mit einer Isolierung versehen, auf die ein Schutzbeton von 10 cm aufgetragen wurde. Die Fahrbahn wurde von 4,60 m auf 6 m verbreitert. Für die Fußgänger ist an beiden Seiten ein Bürgersteig von 1,50 m angelegt worden. Die Gesamtbreite der Brücke beträgt heute 9 Meter. Mit den Bauarbeiten wurde die Firma Wilhelm Fix beauftragt; das Geländer fertigte die Schlosserei Gebr. Winnen, Ahrweiler.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Aus.26/1964

Historie

Nicht mehr vorhandene Gebäude, Anlagen, Wüstungen und Historisches
 
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Die Ansicht ist eine Arbeit des Ahrweiler Künstlers Stephan Glöckner aus dem Jahr 1990.
Sie zeigt alle wichtigen Gebäude von Ahrweiler.