Ahrweiler fühlt sich bei LaGa-Planungen abgehängt

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Monika Busch plädiert für Hängebrücke im Tal der Adenbach

Bericht Thomas Weber - Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hutenfest Adenbachhut 1Zu Ehren ihrer Schutzpatronin Maria feierte die Hutengemeinschaft der Ahrweiler Adenbachhut am vergangenen Samstag das Patronats- oder Hutenfest. Der Vorsitzende und Hutenmeister Bernd Koll konnte nach einem von Dechant Jörg Meyrer zelebrierten Gottesdienst rund 100 Hutenbewohner und Ehrengäste im "Sternchen" am Ahrweiler Markt begrüßen. Und weil das Hutenfest auch immer der Information der Bürger dient, berichteten Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft über die aktuelle Entwicklung in ihren Bereichen. Bürgermeister Guido Orthen reduzierte dabei seine Informationen auf die Entwicklung des Förderprogramms Historische Stadtbereiche, immerhin zehn von 31 Förderprojekte in Ahrweilers Altstadt kommen aus der Adenbachhut. Das Stadtoberhaupt stellte aktuelle politische Entwicklungen in den Vordergrund. Über die Landesgartenschau (LaGa) wolle er nicht reden, tat es aber indirekt doch. Orthen plädierte ob der Diskussion über den alten Baumbestand am Neuenahrer Ahrufer generell dafür, sachlich komplexen Themen nicht mit einfachen Fragen zu begegnen und sprach sich klar gegen den derzeit vorherrschenden Populismus aus.
Hutenfest Adenbachhut 2Den sieht Ahrweilers stellvertretende Ortsvorsteherin Monika Busch in Sachen LaGa in Ahrweiler wohl eher nicht. Ganz im Gegenteil, sie und der Ortsbeirat sehen den Stadtteil bei den derzeitigen Planungen „abgehangen", wie Busch betonte. In Ahrweiler passiere wenig, nachdem der Verkauf des Klosters Calvarienbergs gescheitert sei und dort die Planungen nicht vorangetrieben würden: "Die Mitbürger in Ahrweiler sollten das Gefühl haben, auch Teil der LaGa zu werden", forderte sie und brachte für die Gartenschau den Pfarrgarten als mögliche "Oase der Ruhe" ins Spiel. Ein Höhepunkt in Ahrweiler könnte aber auf jeden Fall die avisierte Hängebrücke im Tal der Adenbach sein. Der allerdings hatte der Bürgermeister unlängst ähnliche "Chancen" eingeräumt, wie einer neuen Fußgängerbrücke in Bachern, also gar keine.
Für die katholische Kirche berichtete der Pfarrverwaltungsratsvorsitzende Paul Radermacher über das derzeit laufende Festjahr zum 750-jährigen Bestehen der Laurentiuskirche. Radermacher stellte die Höhepunkte im Festkalender vor. Schon am kommenden Samstag gibt es für einen internen Festkommers so viele Anmeldungen, dass dieser von der Zehntscheuer in die Kirche veragert werden müsse. Die Kirche selbst wartet derzeit auf ihre Außenrenovierung. Hier zeigte sich Radermacher mit der Spendenbereitschaft der Bevölkerung hochzufrieden. Von den für die Umsetzung fehlenden 300.000 Euro seien in den vergangenen neun Monaten bereits 145.000 Euro gespendet worden. Noch ein Thema: die Pfarrei setzt sich für den Erhalt des Kindergartens am Kalvarienberg ein, aktuell sei man hier mit dem Kauf des Grundstücks beschäftigt, ein Vertragsentwurf liege bereits vor.
Begonnen hatte der Frühschoppen des Hutenfestes mit einer Erinnerung des Hutenmeisters Bernd Koll an die Wiederherstellung des Adenbachtores. Die Arbeiten liegen 45 Jahre zurück. 1973 wurde geplant, ein Jahr später fertiggestellt. "Das Projekt hat damals 75.000 D-Mark gekostet", erinnerte Koll an die Arbeiten am kleinsten der Ahrweiler Stadttore, das auch die Beinamen Nordtor, Winzertor oder Marientor trage. Die im Tor aufgestellte Statue sei von den Geschwistern Mesenich gestiftet worden, sprach der Hutenmeister über vergangene Tage. Auch Chronist Karl Heinen blickte zurück, nämlich auf das Geschehen im abgelaufenen Jahr, in dem die Hutengemeinschaft vor allem für die Betreuung ihrer 160 Seniorinnen und Senioren viel Zeit aufbrachte. Für diese vorrangige Aufgabe der Gemeinschaft stiftete der Heimatverein einmal mehr 600 Euro. Hans-Georg Klein überbrachte die Spende.