Wechsel an der Spitze des Heimatvereins Alt-Ahrweiler

Hans-Georg Klein übernimmt Vorsitz - Wilbert Herschbach wird Ehrenvorsitzender

Bericht von Thomas Weber

JHV 2019An der Spitze des Heimatvereins Alt-Ahrweiler hat es einen Wechsel gegeben. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag im Ahrweiler Hotel "Zum Stern" trat der langjährige Vorsitzende Wilbert Herschbach nicht mehr zur Wiederwahl an. Einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt wurde der bisherige zweite Vorsitzende Hans-Georg Klein. Dessen erste Amtshandlung bestand darin, nach einem einstimmigen Votum der Versammlung Herschbach die Würde des Ehrenvorsitzes auszusprechen. Der Geehrte war 15 Jahre lang Vorsitzender des Heimatvereins. "Du bist der Vater der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, die nur durch deine Hartnäckigkeit so entstanden ist. Du hast Weitsichtigkeit und Standfestigkeit betrieben", so Klein in seiner kurzen Laudatio.
Ehrenvorsitzender 2019Die Wahl Kleins an die Vereinsspitze bewirkte neben den ohnehin anstehenden Wahlen einiger Vorstandsposten eine Fülle von Nachwahlen. So wurde der bisherige Schriftführer Karl Heinen zum neuen zweiten Vorsitzenden gewählt, ins Amt des Schriftführers wählte die Versammlung Hilko Pacyna-Heinen. Als Schatzmeister wurde Bernd Schrading bestätigt. In Beisitzerämlern bestätigt wurden Rainer Sturm, Andreas Geschier und Dominik Klein, neu im Vorstand als Beisitzer ist Klaus Terporten. Alle Wahlen endeten einstimmig.
Die anstehenden Wahlen hatten eine große Mitgliederschar angelockt, 67 der insgesamt 713 Mitglieder waren zur Versammlung gekommen und hörten zunächst im Jahresrückblick von Karl Heinen noch einmal einiges über die vielfältigen Aktiviläen des Vereins, wie der Plattakademie oder dem "Knollekopp"-Schnitzen für Kinder an St. Martin, beides zum Erhalt der örtlichen Traditionen. Studienreisen gingen in die Lüneburger Heide und an die Saar, vor Ort wurde eine Mühlenwanderung mit anschließendem Vortrag angeboten. Der Heimatverein zeigt sich gleichermaßen traditionell, wie modern. So hat Klaus Terporlen eine Stadtführung per Handy-App entwickelt. Heinen betonte aber auch, dass der Verein auf zwei Säulen stehe. Neben den satzungsgemäßen Aufgaben auf der einen Seile betreibt der Heimatverein seil mehr als zehn Jahren die Dokumentationsstätte Regierungsbunker mit einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Dort wird im kommenden Jahr der Eine-Millionste Besucher erwartet. Folglich ist dasProjekt auch finanziell nicht mit dem ideellen Vereinszweck zu vergleichen. Schatzmeister Bernd Schradings Bilanz zeigte einen weiterhin ungebrochenen Ansturm auf den "Bunker." 75.000 Besucher in 2018 bedeuteten Einnahmen von 595.000 Euro. Dem standen Ausgaben von 591.000 Euro gegenüber, hierin enthalten sind aber auch schon 91.000 Euro an in 2018 entstandenen Kosten für den derzeitigen Neubau von Toiletten- und Wirtschaftsgebäude, so dass unterm Strich eigentlich knapp 100.000 Euro übrig geblieben sind. Geld, dass dem Bund gehört und das vom Verein nur verwaltet wird. Dort sind mittlerweile 1,25 Millionen Euro aufgelaufen. "Der Neubau wird nun aber einige Hunderttausend verschlingen", so der Schatzmeister. Im ideellen Bereich schloss der Heimatverein das Jahr 2018 mit einem Defizit von 4.000 Euro ab. Das war nicht ungeplant, die hohen Kassenbestände will man nach und nach zurückführen, um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden, so Schrading. Für dieses Jahr legte er allerdings einen fast ausgeglichenen Haushalt vor. "Der Bunker ist einem mittelständischen Unternehmen gleichzusetzen", betonte Rechnungsprüfer Paul Radermacher auch die monetären Auswirkungen gerade in der Stadt und den umliegenden Orten. Wer den Bunker besucht, und das sind Menschen aus aller Welt, lässt auch Geld vor Ort. Die Rechnungsprüfer Radermacher und Antonius Kohlhaas bestätigten die ordnungsgemäßen Kassenführungen, Schatzmeister und Vorstand wurden einstimmig entlastet.