Lichtbilder-Spaziergang durch die Wilhelmstrasse

Vortrag des Heimatvereins "Alt-Ahrweiler“ e.V. am 24.04.2019 im Stern

Wilhelmstr 2019 04 02Wilhelmstr 2019 04 01Über fünfzig Interessierte folgten der Einladung des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“ und begleiteten Karl Heinen auf einen spannenden, ca. 90-minütigen Lichtbilder-Spaziergang durch die letzten 170 Jahre der Ahrweiler „Wilhelmstraße“. Diese Straße wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts bevorzugte Wohngegend des wohlhabenden Bürgertums, Ärzte und Notare siedelten sich dort an, ebenso auch Behörden, etwa das Landratsamt und das Amtsgericht, bis hin zum Ahrweiler Bahnhof. Dort, in der lichten Vorstadt, baute man sich sein repräsentatives Haus im großen Garten.

Den ersten Abschnitt widmete Karl Heinen, unter der Überschrift “Verpasste Chancen“, den verloren gegangenen Gebäuden links und rechts der Straße. Anhand zahlreicher alter Aufnahmen entstanden wieder die alten Vorgängergebäude, etwa das “Bahnhof-Hotel“, der einzige Bau in reinstem Jugendstil der Stadt Ahrweiler, das Bahnerhaus oder das Blumengeschäft Letzel. Im Kontrast hierzu entstanden Bürobauten der modernen Art oder Geschäftsbauten, die Karl Heinen den Zuschauern auch präsentierte. Ein Zuschauer äußerte im Anschluss an die Veranstaltung, dass ihm die Tränen hätten kommen können.

Im zweiten Abschnitt befasste sich Karl Heinen mit den noch stehenden Häusern, die er detailreich beschrieb. Hier lag der Schwerpunkt dieses Spaziergangs. Wie oft geht man an diesen Häusern vorbei, ohne auf die vielen Einzelheiten genau zu achten, hier ein Erker, eine Loggia, ein Türmchen, da eine Gaube, eine Wetterfahne mit Jahreszahl, eine Verzierung, eine alte Haustür. Mit wie viel Liebe zum Detail wurden diese Häuser erbaut, der Stolz der Besitzer, und mit wie viel Liebe und Sachverstand wurden und werden diese Häuser bis heute gepflegt und restauriert. Auch hier brachte Karl Heinen viele positive Beispiele und bedankte sich an dieser Stelle bei den sorgsamen Besitzern, die auch einen wesentlichen Beitrag zu Ahrweilers baulicher Schönheit leisten.

Schließlich ließ der stv. Vorsitzende des Heimatvereins einen möglichen Blick in die Zukunft schweifen, so überschrieb er seinen dritten Abschnitt des Spaziergangs mit “Visionen und Träume“. Anschaulich und prägnant zeigte er anhand vieler Simulationen, wie sich relativ schlichte Häuser durch die Auswahl von passenden Fenstern, den Rückbau von Ladeneinbauten, den Einsatz von Dachgauben oder die Wiederanbringung von Klappläden in wahre Schmuckstücke verwandeln ließen. Die Zuschauer waren von diesen Visionen sehr beeindruckt.

Hans-Georg Klein bedankte sich als Vorsitzender des Heimatvereins “Alt-Ahrweiler“ bei Karl Heinen und die Zuschauer spendeten reichlich Applaus. Im Anschluss an die Veranstaltung entwickelten sich lebhafte Gespräche zum Thema Denkmalschutz in Ahrweiler, dessen Förderung satzungsgemäß ein wesentlicher Zweck des Heimatvereins “Alt-Ahrweiler“ ist.

In loser Folge wird der Heimatverein deshalb in Zukunft, beginnend mit Häusern an der Wilhelmstraße, deren Geschichte und deren architektonischen Besonderheiten an dieser Stelle präsentieren.