Tausend Müsche wackelten 'mem Stetz

Pressebericht von Thomas Weber, Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler

Beim Mundartabend des Heimatvereins ging es ums Ahrweiler Platt und das Kölsch als Dialekt
 
IMG 7396IMG 7414Bis auf den letzten Platz besetzt war Bells Restaurant samt Wintergarten am Donnerstag. Die Platt-Aka­demie des Heimatvereins Alt Ahrweiler hatte zum Mundart­abend eingeladen. Dabei wur­de deutlich, dass die als nah verwandt geltenden Dialekte Kölsch und Ahrweiler Platt doch einige Verschiedenheiten ausweisen. Musiker Tommy Geller machte das beispiels­weise deutlich, er hatte Köl­sche Lieder von Bläck Fööss oder BAP in den Ahrweiler Di­alekt transferiert und gab die­se zum Besten. Das Ehepaar Fritzen präsentierte, weil sie aus der Domstadt stammen, die "Kölsche Sprooch" in ihren Vorträgen. Während Christei Fritzen dabei eine übelste Schimpfkanonade kölscher Beleidigungen, die der verun­glückte "Huusputz bei Kääz­manns" nach sich zog, zum besten gab, hatte Fred Fritzen die Ballade "Des Sängers Fluch" von Ludwig Uhland ins Kölsche übersetzt und machte dabei auch klar, dass .tau­send Mösche mem Stetz wa­ckelten." Der Fluch kam schließlich aus Ahrweiler über Bad Neuenahr herein.
IMG 7427Der Bachemer Lothar Pötsch­ke sprach von Erinnerungen aus Kindheit, Jugend und Al­ter, die er nicht vergessen wird: Bombenangriffe oder Dorf-Kirmesfeiern.
Brunhild Dörr erzählte und dem rheinland-pfälzischen Mi­nisterium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in Mainz mit Herrn Dr. Simon Lang, der heute neben der Keynote auch die Gesamtmo­deration beider Tage über­nommen hat, vom durchdre­henden "Kreßbaum," Marlies Jammel gab Marianne Slaters Gedichte "Ahrweile em Ad­vent" und "De heilije Mann" wieder.
Margret Nischalke referierte über "Oos Zeit" mit Terminen und eben "keiner Zeit", anders als in der "joode ahle Zeit." Die Geschichte von Hans Boi­es "O Maria Hilf" vom "kranke Vadder" trug "De Pitter us de Kolpingstroß" (Peter Kaspar) vor, während Johanna Gies an die wilden "68er" Jahre mit Rock'n'Roll statt "heiler Welt-Musik" erinnerte. Karl Heinen verlas dann seinen Brief an "Tant Billa", der die Unglücke beim Krippenbau mit der Fol­ge der Baufälligkeit bei Bethle­hems Stall dokumentierte. Ehrengast des Abends waren Nikolaus und Hans Muff, die die nicht ganz ernste Weih­nachgeschichte "op Platt" vor­trugen und allen Gästen zum bevorstehenden Fest frische "Ditze" schenkten.