Historie

Nicht mehr vorhandene Gebäude, Anlagen, Wüstungen und Historisches

Die Geschichte der Ahrtalbahn
Bereits 1862 hatte man in Ahrweiler eine Bahnstrecke von Remagen nach Ahrweiler, als Teil einer großen Bahnlinie von Köln nach Trier, vorgeschlagen. Der Bau der jahrzehntelang projektierten Ahrtalbahn wurde nach dem Krieg 1870 durch die Rheinische-Eisenbahn-Gesellschaft ernstlich ins Auge gefasst und nach mehrfachen Vermessungen ausgeführt. Die Bahn wurde zunächst nur von Remagen bis Ahrweiler gebaut und am 18.9.1880 eröffnet. Die erste Lokomotive hatte eine Glocke, die wegen der vielen Straßen- und Wegekreuzungen während der Fahrt ununterbrochen läutete.
 
7 109 02Schon bald wurden die Arbeiten für die Weiterführung bis Altenahr vorgenommen.

Der neue Schienenweg überquerte an der Station Ahrweiler in der Nähe des Maschinenschuppens die Provinzialstraße (Wilhelmstraße), führte dann am Cosmann'schen Haus vorbei, dahinter über die heutige Hochstadenstraße, dann schräg über eine Brücke an der "Mühle Linden" über den Mühlenteich, durch die Gärten der Schällergasse (Joerresstraße) und hinter dem letzten Haus der Friedrichstraße (heute Hotel Schützenhof) heraustretend, über den großen freien Platz vor dem Ahrtor, dicht an der von Ehrenwall'schen Kuranstalt entlang, an der "Mühle Pfahl" vorbei, hier wieder über den Mühlenteich und dann in der Nähe der Provinzial-Weinbauschule die Straße schneidend, an der Bergseite dicht an der Straße nach Walporzheim entlang und an Walporzheim, wo heute eingangs noch das frühere Stationsgebäude steht, vorbei, in die heutige Trasse.
 
Am 1.12.1886 wurde die Strecke Ahrweiler - Altenahr und am 15.07.1888 die Strecke bis Adenau eröffnet.

Etwa um das Jahr 1908 wurde die Ahrtalbahn als Vollbahn zweigleisig ausgebaut und, infolge der räumlichen Schwierigkeiten mit dem Anlegen von Straßenübergängen zur Verhütung von Unglücksfällen, von der Station Ahrweiler bis Walporzheim an die Bergseite nördlich der Stadt Ahrweiler verlegt, was stellenweise große Ausbaggerungen, Aufschüttung eines großen Dammes  sowie den Neubau einzelner Brücken erforderte.

Parallel zu diesen Ausbauplänen wurde die Remagener Eisenbahnbrücke (Ludendorff-Brücke) gebaut und am 1.09.1919 fertig gestellt um die rechte Rheintalstrecke an das Ahrtal anzuschließen.

Literatur:
Die Ahrtalbahnen; Eisenbahn-Kurier,Freiburg,1983.
Ahrweiler Nachrichten: 
1951-8 Die neuen Eisenbahnbrücken bei Walporzheim und Marienthal dem Verkehr übergeben.
1952- 22 Vor 40 Jahren Ausbau der zweigleisigen Ahrtalbahn und Verlegung der Bahnkörper. 
1968-6 Eisenbahnprobleme im Ahrtal (1870). 1969-10 Von der Entstehung der Ahrtalbahn. 
1974-42 Ahrtalreise mit Dampf (1928). 
1979-38 Seit 99 Jahren fährt unsere Ahrtalbahn. 
1980-16 Das "Hundertjährige der Bahn (Forts.: Nr.17 u.40).
1985-14 Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler kämpft weiterhin um den Erhalt der Ahrtalstrecke. 
1987-4 Die Bundesbahn plant einschneidende Maßnahmen. 
1991-8 Bau der Ahrtalbahn.  
Die gleislose elektrische Eisenbahn
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Neuenahr-Ahrweiler-Walporzheim

Gründung: 1905 der Elektrische gleislose Bahn Ahrweiler GmbH
Gesellschafter: Stadt Ahrweiler und Privat-Kapitalisten.
Inbetriebsetzung: 23. Mai 1906
Streckenlänge: 5,5 km
Außerbetriebsetzung: 1919

Unter gleislosem elektrischen Bahnbetrieb hat man sich eine Verkehrsform vorzustellen, die dadurch entsteht, dass direkt auf der Straße, also nicht auf Schienen verkehrende, lenkbare Fahrzeuge durch Elektromotoren angetrieben werden, denen der Betriebsstrom dauernd aus zwei längs und möglichst über Mitte der Straße gespannten Leitungen zugeführt wird.

Im Herbst 1905 wurde in Ahrweiler eine GmbH. "Elektrische gleislose Bahn Ahrweiler" gegründet. Das Stammkapital betrug 140 000 M. an der hauptsächlich die Stadt Ahrweiler beteiligt war. Erbauer der Bahn war die Firma "Gesellschaft für Gleislose Bahnen Max Schiemann & Co. Wurzen i. Sachsen". 

Diese Bahn ist am 23.Mai 1906 in Betrieb genommen worden und für den Personenverkehr bestimmt. Die Betriebslänge der Bahn beträgt 5,3 km. Die Stromzuführungsanlage hat eine Länge von 6,1 km. Innerhalb der Umwallung der Stadt sind die Straßen mit mittelmäßigem Pflaster versehen. Die normale Breite der Straße ist 7 m, wovon 4,5 bis 5 m auf die befestigte Fahrbahn entfallen. Die doppelpolige Fahrleitung liegt in 5,5 m Höhe meist über der Straßenmitte und wird auf freier Strecke von einer Reihe Gittermasten mit Auslegern getragen. Die Stromabnahme geschieht durch von unten andrückende steife Stangen, welche auf dem Wagendach gefedert und nach allen Seiten drehbar gelagert sind. Die Kontaktstangen besitzen eine Länge von 5,5 m und gestatten den Fahrzeugen 3 m von der Achse der Leitung nach jeder Seite auszuweichen. Hierdurch ist es möglich, ein Ausweichen und Überholen anderer Fahrzeuge zu bewerkstelligen.
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Der Betriebsstrom von 550 V Spannung wird aus dem Elektrizitätswerk des Sanatoriums von Ehrenwall in Ahrweiler geliefert. Die dafür zu treffenden Einrichtungen bestanden aus einer Dynamomaschine von 27 KW Leistung, die von der vorhandenen Transmission angetrieben wird, einer Pufferbatterie von 38 KW Kapazität und einer Schaltanlage mit selbsttätigen Ausschaltern und Elektrizitätszählern. Diese Einrichtungen hat der Besitzer des Sanatoriums Dr. von Ehrenwall auf eigene Kosten geschaffen, und er gibt den Strom an die Bahn zum festen Preis von 13 Pfg. für die Kilowattstunde ab.

An Betriebsmitteln sind vorhanden: 3 Triebwagen und 2 Anhängerwagen. Die Triebwagen haben einen Fassungsraum von 20 Personen, und zwar sind 14 Sitzplätze auf federgepolsterten Längsbänken im Innern des Wagenkastens, 4 Sitzplätze und 2 Stehplätze auf dem geschlossenen Vorderperron. Der Einstieg ist vorne auf der rechten Wagenseite angeordnet. Die Scheiben des Wagenkastens sind nicht herablaßbar, dagegen wird für reichliche Lüftung durch eine allseitig mit Drehfenstern versehene Laterne gesorgt. Die Fahrgäste gelangen durch eine zweiteilige Schiebetür in das Wageninnere und müssen beim Wagenführer vorüber, der auf einem im etwas höher gelegenen Vorderperron auf dem Drehschemel sitzt.

Die Ausstattung der Wagen ist sehr reich: Fenster- und Türrahmen echt Mahagoni, doppelte Decke, lederüberzogene Polster, Beleuchtung durch 10 Glühlampen, von denen 4 auf die zwei vorhandenen Scheinwerfer entfallen. Der in modernen Formen gehaltene und gemalte Wagenkasten ruht auf gekröpften Längsträgern aus gepresstem Stahlblech. Die Hinterachse trägt diesen Rahmen mit langen Blattfedern und ist tief gekröpft, um die Einstieghöhe niedrig zu halten.

Antrieb und Lenkung sind in das Vordergestell verlegt. Ein Elektromotor von 15 PS gewöhnlicher und 22 PS Höchstleistung treibt mittels Zahnradgetriebe 8:1 die hohlgeschnittene Laufachse an. Der Motor verleiht dem Wagen auf ebener Straße eine Fahrgeschwindigkeit bis 22 km/Std. die auch landespolizeilich genehmigt worden ist. Die Vorderräder haben 859 mm Durchmesser und Vollgummibereifung von 150 mm Breite. Die Hinterräder haben eiserne Bereifung von 80 mm Breite und den großen Durchmesser von 1,5 m.
Die Spurweite ist hinten größer als vorn und die Radspuren ergänzen sich zur Schonung der Straße zur gemeinsamen Breite von 22 cm. Die Lenkung ist eine gesperrte und erfolgt durch Planetengetriebe von 25:1 Übersetzung mittels Zahnrads auf den Lenkkranz. Es stehen zwei mechanische Bremsen und die Kurzschlussbremsung des Motors zur Verfügung.

Die Bedienung des Wagen erfolgt vom Führersitz aus: in der Mitte das Lenkrad, rechts die Bremsen, links Fahrschalter, Starkstromautomat und Lichtschalter, ferner ist ein Wattstundenzähler auf jedem Wagen vorhanden. Die allseitig drehbaren Kontaktschuhe werden mittels Holzstangen an die Fahrleitung angedrückt, die dazugehörigen Federböcke sitzen vorn auf dem Wagendach. Durch sorgfältige Durchbildung und Verwendung hochwertiger Baustoffe wurde das Eigengewicht gegen älteren Ausführungen, herabgesetzt. Ein Triebwagen in Ahrweiler wiegt nur noch 3240 kg. Die Länge eines Betriebswagens beträgt 5,8 m, die Höhe etwa 3 m, die Breite des Wagenkastens 1,68 m, der Radstand 3,4 m.

Die Anhängewagen fassen ebenfalls 20 Personen auf drei Querbänken, einer hinteren hufeisenförmigen Bank mit aufgelegten Lederpolstern und zwei vorderen Sitzen, von denen einer für den Schaffner bestimmt ist. Die Wagen sind halboffen mit Holzdach versehen. Zum Schutz gegen Wetter und Staub sind vorn und um die hintere hufeisenförmige Bank Glaswände angebracht; die Seitenöffnungen können mit Segeltuchvorhängen geschlossen werden.

Elektrische Beleuchtung und Klingel werden mit Kontaktschnüren an den Triebwagen angestöpselt. Das Vordergestell hat Meterspur und federnde Kupplungsdeichsel. Die Räder der Anhängewagen sind mit eisernen Reifen geliefert, jedoch später mit Vollgummireifen von 100 mm Breite versehen worden. Das Eigengewicht eines Anhängewagens beträgt 1649 kg, die Länge 5,o m, die Höhe etwa 2,6 m, der Radabstand 3,4 m.

Die Wagenhalle liegt nahe dem Endpunkt der Linie in Walporzheim, wo die Wagen fahrplanmäßig ihre Fahrten beginnen und abends beenden. Sie ist massiv gebaut mit drei Einfahrten,17,5 m lang, 11 breit und enthält außer den Wagenstandplätzen einen abgeschlossenen Büroraum, eine Werkstatt sowie zwei kleine Revisionsgruben zur Motoruntersuchung.

Das Personal besteht aus einem Betriebsleiter, der gleichzeitig den Dienst als Werkmeister und Kontrolleur versieht, 3 Wagenführern, 3 Schaffnern und 1 Reparaturschlosser. Die Aufsicht führt Herr Stadtrat Kreuzberg von Ahrweiler im Ehrenamt.

Mit zwei Triebwagen nebst Anhängewagen in den Hauptverkehrszeiten wurde in den Sommermonaten ein regelmäßiger Fahrplan mit 40-minutlicher Wagenfolge durchgeführt; der dritte Triebwagen soll zur Reserve dienen, konnte aber an verkehrsreichen Tagen ebenfalls in Dienst gestellt werden. Die Fahrzeit auf der 5,3 km langen Strecke beträgt 30-35 Minuten, der Fahrpreis 30 Pf.

Einer durchschnittlichen Einnahme von 35 Pf. für den Wagenkilometer stehen reine Betriebsausgaben von 28,5 Pf. gegenüber. Unter Berücksichtigung von Abschreibungen verbleibt immer noch ein Überschuss von 1,5 Pf. für den Wagenkilometer. Auffallend ist der geringe Stromverbrauch von 357 Wattstunden für den Wagenkilometer.

Die Abrechnung für die Zeit vom 23.Mai bis 1.Okt.1906 hatte folgendes Ergebnis: 88000 beförderte Personen; Einnahme 15315 M; geleistete Wagenkilometer der Triebwagen 34813; geleistete Wagenkilometer der Anhängewagen 18136; Stromverbrauch in der Kraftstation 14536 KW Std.

Der Sommerfahrplan für 1907: ab Walporzheim von 5.50 Uhr ab bis 10.00 Uhr (abends) - insgesamt 25 Fahrten. Haltestellen: ab Walporzheim Bahnhof - Dr. von Ehrenwall - Markt Ahrweiler - Niedertor Ahrweiler - Bahnhof Ahrweiler - Telegraphenstraße - Neuenahr Bahnhof.

Im Ahrtal sind die Straßen im allgemeinen etwas besser und auch die Wagen viel leichter, so dass eine schädliche Einwirkung des Betriebes auf den Straßenzustand nicht zu befürchten ist.

Dennoch wurde eine weitere Festigung (Asphalt) und Ebnung der Straßenoberfläche vorgenommen. Erreicht wurde somit eine Dämpfung des Geräusches der rollenden Räder und auch die Staubentwicklung ist erheblich gemindert worden.

Die Weltkriegsblockade erschwerte die Beschaffung neuer Gummibereifungen. Die "Gleislose" fuhr darum in den letzten Kriegsjahren täglich nur noch zweimal und schließlich gar nicht mehr.

Im Jahre 1919 liquidierte das Unternehmen. Zuvor hatte die Stadt alle Anteile übernommen.

Literatur: Ahrweiler Nachrichten = 
1949-7 Die "gleislose Elektrische"; 
1989-45 Das kurze Leben des liebenswerten "Elektrosauriers" 46,47,48,49,50,51; 
1990: 1,4,5,6,9; 1989-27,29 Gleislose Eisenbahn - Depot Walporzheim.
Geschichten über die Ahrbrücken
1488 Schon in einer der ältesten Geschichtsquellen der Stadt Ahrweiler, in der Stadtrechnung von 1488 und folgenden Jahren werden verschiedene Arbeiten aufgeführt, die durch eine Ahrüberschwemmung erforderlich wurden; so z.B. Stadtrechnung vom Jahre 1488 "doe die Aer die bruck zobrochen hat ind den gank wyder gemacht hat". Man hört von Arbeitern, "die joch zo lengen ind holz by zo faren." - "War die Oeverhoide (Oberhut) gemeynlich (gemeinsam) am werke, die peele (Pfähle) in zo slain (einzuschlagen) ind zo zunen (einzuzäunen)".

1682 1682 Februar 17
Maximilian Heinrich, Erzbischof von Köln genehmigt Bürgermeister und Rat der Stadt Ahrweiler zum Wiederaufbau und zur Unterhaltung der durch Hochwasser zerstörten Ahrbrücke von fremden Fuhrleuten und fremdem Vieh, die die Brücke passieren, genannte Brückengelder zu erheben. Die Gebühren betragen im Einzelnen: Von jedem vor Wagen oder Karren gespanntem Pferd einen Stüber, von jedem ledigen Pferd ein Fettmännchen, von einer Kuh ein Fettmännchen, von einem Krämer ein Fettmännchen, von einem Schwein, Schaf, Kalb, Geiß oder dergleichen kleinem Vieh ein halbes Fettmännchen.- Er siegelt.
StaA A 188; Zimmer 181
 
1687 Im Februar hatten wir eine Überschwemmung, die durch die Schneeschmelze verursacht wurde.
Die Ahr hat mit ihrer hochgehenden Flut mehrere Brücken, besonders zwei in Ahrweiler, fortgerissen
(Chronik Calvarienberg)
 
1711 "In diesem Jahr im Mai, nach Johannes, wurde die schöne Brücke über die Ahr gelegt. Den Grundstein, durch den Guardian, P. Apollinaris Poltersdorf, eingesegnet, setzten Herr Gruben, der regierende Bürgermeister, und die Schöffen".
(Chronik Calvarienberg)
 
1740/41 Der Neubau einer Brücke in den Jahren 1740/41, die infolge einer Flut im Jahre 1739 zu Schaden gekommen war. Die Chronik berichtet, dass sich am 16.Januar 1739 hier eine sehr große Überschwemmung ereignete, wie sie selbst von den ältesten Bürgern der Stadt Ahrweiler, ja seit Menschengedenken noch niemals beobachtet worden ist. Am meisten aber ist zu bedauern, dass jene Wasserflut die steinerne Brücke in der Nähe des Ahrtores fortgerissen hat. Ob zunächst ein Notsteg gebaut wurde ist nicht ersichtlich. Jedenfalls wollte man jetzt in Ahrweiler für gründliche Abhilfe sorgen und beschloss in der Ratssitzung vom 29.Juli 1739 über den "vorzunehmenden Ahrbrückenbau und des Ahrwehres halber" einen besonderen Fachmann hinzuziehen. Der Neubau des Ahrwehrs dauerte vom 31.August 1739 an mehrere Wochen. Um eine Kostenübersicht zu gewinnen, beschloss der Rat am 12.März 1740 an Baumeister Molanus aus Kempen zu schreiben, wie hoch die Materialien des neu aufzuführenden Brückenbau zu stehen kommen würden. Mittlerweile war in dem Baumeister Franz Feldmüller der Meister gefunden, der den Brückenbau ausführen wollte. Am Dienstag, 30.August 1740 fand die Grundsteinlegung der neuen Brücke statt. Wortlaut des Ratsprotokolls: "Am Dienstag, den 30.August 1740 ist coram toto convocato senatu (in Gegenwart des gesamten berufenen Raths) an der neu aufzubauenden hiesigen Ahrbrücke im Beisein unseres Herrn Pastoris, Baumeister und Ratsherren und vieler anderer Zuschauer der erste Stein gelegt und dabei folgende "solemnitates" (Feierlichkeiten) gebraucht worden: erstlich hat vorhandener H. Pastor P. Maurus Eigell in den untersten Stein, welcher etwas ausgehöhlt gewesen, einig heilige reliquien oder gesegnetes in eine capsula hineingelegt, hierauf benedikton (Segen) darüber gegeben und diesem nächst (darauf) alle Anwesende ein Pater und Ave (Vaterunser und Ave Maria) zu sprechen erinnert, damit der allmächtige Gott seinen Segen zu diesem angefangenen Werk geben wolle, wobei zu ewiger Gedächtnis unterschiedliche anwesende Herren ganze und halbe Kopfstücker (kleine Geldmünzen der damaligen Zeit), welche in dem Stein auch verblieben sein, auch hineingelegt haben, darauf der regierende Bürgermeister Hubertus Becker namens hiesiger Stadt, auf den obersten angular (Grund)stein den ersten streich gethan und ist solche- nach von burgermeister und rath den bau und wertmeistern Francisci Feldmüller samt by sich habenden Maurermeistern und opperleuthen (handlangern) wegen dieses heutigen actus eine Portion in wein zugesagt und gegeben worden." Am 14.Nov. 1740 wird vor dem gesamten Stadtrat und den Achtern eine Vereinbarung mit dem Brückenbauer Feldmüller dahin getroffen, dass er die Brücke für 1250 Taler errichten soll. Die am 20.Juni erfolgte Endabrechnung ergibt ein Betrag von 2815 Reichstaler 62 alb. Nach mehr als einjähriger Bauzeit war das Werk vollendet, sodass im September 1741 die feierliche Einweihung der Brücke vorgenommen werden konnte. Die Chronik des Calvarienberges berichtet: Meister Feldmüller legte im vorhergehenden Jahre die Fundamente zum kunstvollen Brückenbau. In diesem Jahre 1741 aber im September vollendete er sein Werk und errichtete auf der Brücke zwei Statuen, eine, die die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria darstellte, die andere des heiligen Märthyrers Nepomuk. Diese besagten Statuen wurde aufgerichtet in Gegenwart des Klerus und des Volkes, die in Prozession erschienen waren. Auch wurden dreimal Salven aus den Büchsen gegeben und auch andere Freudenbezeugungen erfolgten. Nach Beendigung der Feier kehrte man unter dem Geläute der Glocken und Absingen des Ambrosianischen Lobgesanges zur Kirche zurück, wo die Feier mit einem feierlichen Hochamt beschlossen wurde.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.12/1964; 
Albert Federle, Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ausg.33 u.36/1969
 
1805 Der französische Präfekt Chaban erwähnt, dass im Jahre 1805 in Ahrweiler eine breite, solide Holzbrücke gebaut wurde.
A.Oppenhoff: Das Hochwasser der Ahr vom 21.Juli 1804, Ahrweiler Nachrichten, Ausg.15/1988

1888 Das Hochwasser vom 23./24.Juni 1888 riss die Brücke an der Katzley bei Walporzheim weg und beschädigte die zweite Holzbrücke bei Walporzheim und die Bachemer Holzbrücke. Die beiden letzten Holzbrücken wurden alsbald wieder ausgebessert. Die Brücke an der Katzley baute Stefan Schöneberg, 1890 als Steinbrücke wieder auf.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.26/1964

1891 Am 7.2.1891 beschließt der Stadtrat: "Mit dem Neubau der großen Ahrtorbrücke soll bald begonnen werden", und am 23.2.1891:"Die Brücke soll etwas oberhalb und parallel der Holzbrücke gebaut werden". Die Brücke soll 2 Landpfeiler und drei Strompfeiler enthalten. Es wurde ein steinernes Geländer errichtet. Bauunternehmer war Stefan Schöneberg aus Ahrweiler. Die Einweihung der Brücke erfolgte im Januar 1893.

1910 Die Ahrweiler Steinbrücke hatte die Hochwasserkatastrophe an der Ahr vom 12./13.Juni 1910 ohne erkennbare größere Schäden überstanden. Weggerissen war hingegen die Bachemer Brücke, eine Holzbrücke. In Walporzheim brach der rechte Teil der Brücke und wurde abgetrieben. Die linke Brückenhälfte konnte mit Ketten noch gesichert werden.
Hochwasserkatastrophe der Ahr vor 50 Jahren von Bürgermeister Christian Ulrich; Ahrweiler Stadtnachrichten, Ausg.23/1960.

1960 wurde die Brücke bis auf die Pfeiler abgebaut. Die neue Brückendecke - eine Stahlbetonplatte mit Auskrakung nach beiden Seiten für die Bürgersteige - ist in der Mitte 21 cm stark und verjüngt sich nach den Seiten hin auf 14 cm. Sie ist mit einer Isolierung versehen, auf die ein Schutzbeton von 10 cm aufgetragen wurde. Die Fahrbahn wurde von 4,60 m auf 6 m verbreitert. Für die Fußgänger ist an beiden Seiten ein Bürgersteig von 1,50 m angelegt worden. Die Gesamtbreite der Brücke beträgt heute 9 Meter. Mit den Bauarbeiten wurde die Firma Wilhelm Fix beauftragt; das Geländer fertigte die Schlosserei Gebr. Winnen, Ahrweiler.
Jakob Rausch, Ahrweiler Stadtnachrichten, Aus.26/1964

Adels- und Klosterhöfe

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Die Ansicht ist eine Arbeit des Ahrweiler Künstlers Stephan Glöckner aus dem Jahr 1990. Sie zeigt alle wichtigen Gebäude von Ahrweiler.